Renten sichern statt Altersvorsorge aushöhlen – Nein zur AHVplus-Initiative

Renten sichern statt Altersvorsorge aushöhlen – Nein zur AHVplus-Initiative

Einen abgesicherten Ruhestand und finanzielle Unabhängigkeit im Alter. Das ist es, was wir uns wohl alle für das Pensionsalter wünschen. Unsere Altersvorsorge baut auf drei Säulen auf. Die AHV sichert die Existenzgrundlage, die Pensionskasse den gewohnten Lebensstandard und mit zusätzlich dem selbst Ersparten soll jedermann sich auch im Alter noch ein zusätzliches Extra leisten können.

Dieses Dreisäulenkonzept hat sich als stabil und erfolgreich erwiesen. Allerdings gilt es, die drei Säulen in sich im Gleichgewicht zu halten. Wenn eine Säule wackelt, ist die Stabilität des gesamten Systems gefährdet. Zurzeit betrifft das vor allem die AHV, weil das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenbezüger in Schieflage geraten ist. Die Geburtenraten sind heute tief, gleichzeitig kommen die Baby-Boomer ins Pensionsalter, während die Bevölkerung insgesamt immer älter wird.In den Jahren 2014 und 2015 hat die AHV bereits mehr ausgegeben als eingenommen. Wird diese Finanzierungslücke nicht korrigiert, fehlen bis 2030 rund 7,5 Milliarden Franken pro Jahr im AHV-Topf.

Die AHVplus-Initiative, ist vor diesem Hintergrund absurd und deplatziert. Sie fordert eine generelle Erhöhung sämtlicher AHV-Renten um 10%. Mit dem Giesskannenprinzip kostet das jährlich rund 5.5 Milliarden Franken. Das der AHV-Finanzloch wächst damit auf 13 Milliarden Franken – jährlich. Und wer soll das bezahlen? Laut den Initianten sollen die Berufstätigen und die Arbeitgeber tiefer in die Tasche greifen und höhere Beiträge zahlen. Das ist kurzsichtig und unfair, denn heute schon sind mehr junge Familien von Armut betroffen als Rentner.

Für jene, die finanziell weniger auf Rosen gebettet sind, hätte die Initiative fatale Folgen. Wenn AHV und Pension zum Leben nicht reichen, greift heute das System der Ergänzungsleistungen. Wenn die AHV steigt, erlischt dieser EL-Anspruch für viele. Sie wären am Schluss schlechter gestellt. Will man jenen mit tiefen Renten helfen, ist die Initiative definitiv der falsche Weg. Sie begünstigt jene, die nicht auf eine AHV-Erhöhung angewiesen sind, und belastet im Gegenzug die Arbeitstätigen – insbesondere jüngere Familien und Alleinerziehende – übermässig.