2. Gotthard-Röhre: Wichtig auch für die Nordwestschweiz

Der Bau einer zweiten Tunnelröhre am Gotthard ist sinnvoll, weil nach deren Fertigstellung der gesamte Verkehr am Gotthard durch die neue Sanierungsröhre geleitet werden kann. Dadurch kann dann die alte Röhre innert nützlicher Frist und zu vernünftigen gesamtwirtschaftlichen Kosten saniert werden. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird in jeder Röhre je eine Fahrspur geöffnet und die Sicherheit dank eines neu vorhandenen Pannenstreifens und ohne gefährlichen Gegenverkehr erheblich erhöht. Mit dem Bau einer Sanierungsröhre kann auch volkswirtschaftlich eine dauerhafte Sicherung der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung erreicht werden. Kurz: der Tunnel wird saniert, ohne das Tessin während Jahren vom Rest der Schweiz abzukoppeln.

Der Bau einer Sanierungsröhre ist ein bewährtes Konzept. Wie der Gotthardtunnel muss auch der Belchentunnel auf der A2 zwischen den Kantonen Baselland und Solothurn saniert werden. Um die Sanierung ohne eine Schliessung des Tunnels zu ermöglichen, wird am Belchen heute schon zusätzlich zu den zwei bestehenden Röhren eine dritte Röhre gebaut. Dies nachdem in der Volksabstimmung vom Mai 2003 auch die Baselbieter Bevölkerung überaus deutlich Ja zur Belchen-Sanierungs-Röhre gesagt hat. Beim Belchen wie beim Gotthard ist die Sanierung mit einer Zusatzröhre schlichtweg die technisch und wirtschaftlich einzig vertretbare Lösung und müsste auch andernorts ernsthafter in Erwägung gezogen werden. Zum Beispiel beim Schänzli oder bei der Ost-Tangente von Basel. Am Gotthard ist die dritte Röhre jetzt auch in der Volksabstimmung zu bestätigen.

Die Gotthard-Sanierung hat auch grosse Auswirkungen auf die beiden Basel, was ganz offensichtlich ist. Würde der Gotthard ohne zweite Röhre saniert, müssten der gesamte Verkehr auf die Schiene verladen werden. Die Tunnelgegner verlangen hierfür bis zu 8 Verladeanlagen. Darunter riesige zusätzliche Rampen auch in unserer Region Basel. Auf diesen soll der Schwerverkehr verladen werden. Zwangsläufig würden so zusätzliche Fahrzeuge aus dem Binnenverkehr angelockt, die für ihre Fahrt nach Süden den Umweg über Basel auf sich nehmen müssten. Die Folge wäre noch mehr Stau bei uns in der Nordwestschweiz, wo wir heute schon mit Verkehrsüberlastung in den Städten und Agglomerationen zu kämpfen haben. Für solche Verladeanlagen haben wir auch gar keinen Platz. Wir wollen in der Nordwestschweiz keinen Mehrverkehr und wir haben keine Flächen, die wir für solche unsinnigen Basteleien hergeben können.

Mit der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels mit einer zweiten Röhre liegt eine effiziente Lösung auf dem Tisch, ohne dass zusätzlicher Stau und Verkehr bei uns entsteht. Gerade für die Nordwestschweiz ist der Bau einer zweiten Gotthardröhre die einzige sinnvolle Lösung.